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Battle Bakraid
Arcade, Raizing (1999)
Nachdem Battle Garegga 1996 recht erfolgreich war, beschlossen Eighting 3, ihm einen Nachfolger zu spendieren. Und so erschien 1999 Battle Bakraid, W?hrend Raizing bereits an Dimahoo arbeiteten. So ganz konnte es den Erfolg wohl nicht wiederholen, denn es wurde weder f?r andere L?nder au?er Japan noch f?r Konsole ver?ffentlicht. F?r einen Nachfolger sind die ?nderungen jedoch betr?chtlich, sowohl jene oberfl?chlicher als auch die eher grunds?tzlicher Natur.

Das erste, was mir an der Platine auffiel, war, da? das Testmenu nicht auf herk?mmliche Weise (Pin 15 mit Masse verbinden) zu erreichen war. Stattdessen mu? man einen winzigen Dipschalter umlegen. von denen es insgesamt 24 gibt, mit denen man diverse Einstellungen vornehmen kann. Das n?chste Problem war, da? beim Initialisieren (um vorhandene Highscores zu l?schen) auch alle aktivierten Bonus-Features wieder entfernt werden.

Zum Gl?ck braucht man diese etwas komplizierte Prozedur nur einmal vorzunehmen, wenn man das Spiel bekommt, danach ist es sehr pflegeleicht. Wenn man mal einen anderen Schwierigkeitsgrad spielen m?chte, gibt es daf?r gleich einen eigenen Spielmodus mit separater Highscoreliste und geringf?gig anderen Angriffsmustern, und auch ein ?bungsmodus f?r Endgegner ist direkt im Spiel anw?hlbar (nachdem man ihn freigeschaltet hat). Ansonsten hat man die Auswahl aus 9 Flugzeugen, die es noch in verschiedenen Varianten gibt (st?rkere Prim?r/Sekund?rwaffe, st?rkere Bombe, h?here Geschwindigkeit), je nachdem mit welchem Knopf man sie ausw?hlt. W?hrend die "geheimen" Varianten bei Battle Garegga z.T. einfach nur besser waren, verh?lt sich das bei Battle Bakraid ausgewogener, z.B. haben die schnelleren Schiffe (gut zum Medaillensammeln) eine schw?chere Waffe (schlecht zum ?berleben).

Eine Sache, die vielen Leuten bei Battle Garegga negativ aufgefallen ist, waren die in Graut?nen gehaltenen Bullets der Gegner, die teilweise wenig Kontrast zu den Hintergr?nden hatten oder mit Explosionssplittern zerst?rter Gegner verwechselt werden konnten. Dieses Problem hat Battle Bakraid auf den ersten Blick nicht mehr, denn die Kugeln sind bunt wie in einem Cave-Spiel und heben sich wunderbar vom Hintergrund ab. Aber nach einiger Spieldauer f?llt auf, da? das Spiel manchmal ?bel flackert, wenn viele Objekte auf dem Bildschirm sind, und die Draw Priority ist auch nicht wirklich ausgereift, teilweise verdecken Explosionen die Bullets. An Stelle der tarnfarbenen sind nun also bunte, aber zeitweilig richtig unsichtbare Bullets getreten, ein ganz schlechter Tausch, der in einem so modernen Spiel nahezu unverzeihlich ist, auch wenn das Problem irgendwann durch die Erfahrung behoben werden kann, da? man einfach wei?, wo die Bullets sind, auch wenn sie gerade nicht dargestellt werden. Die Trefferzone ist allerdings sehr klein, auch durch dichte Muster l??t sich noch durchman?vrieren, wobei man f?r nahes Heranfliegen ("buzzen") auch Bonuspunkte bekommt. Leider l??t die Steuerung ein wenig Pr?zision vermissen, insbesondere wenn die Framerate in die Knie geht - was genau dann der Fall ist, wenn viele Bullets auf dem Bildschirm sind und es besonders wichtig w?re, pr?zise zu steuern. ?rgerlich.

Wenn ich jetzt mal kurz Zwischenbilanz ziehe, habe ich in den ersten Abs?tzen bereits so viel negatives ?ber das Spiel gesagt, da? sich manch einer fragen mag: was soll da jetzt noch kommen, um diese Zumutung von Spiel sch?nzureden? Tja. Machen wir mal einen kleinen R?ckblick auf Battle Garegga: abgeschossene Gegner hinterlassen Medaillen. Solange man es schafft, jede Medaille aufzunehmen, steigt deren Wert, sobald man eine verpa?t, sinkt er wieder aufs Minimum. Dieses System ist genauso auch in Battle Bakraid vorhanden. Wenn man das eine Weile gespielt hat, wird man unweigerlich zum Perfektionist und will die Medaillen ?ber das gesamte Spiel auf dem Maximalwert halten. Sobald man eine Medaille verpa?t, kann man den Score eigentlich schon vergessen. Das kann schon ?bel frustrieren, wenn man es in 20 Anl?ufen kein einziges Mal gebacken kriegt. Und genau daf?r haben sich Eighting etwas einfallen lassen:

Wenn der Spieler f?r ein paar Sekunden aufh?rt zu feuern, l?dt sich eine Spezialwaffe auf, die einige Dinge ver?ndert. Zun?chst erweitert sich der Schu?radius und die Schu?st?rke des Spielers f?r kurze Zeit, d.h. man trifft mehr Gegner und f?gt ihnen mehr Schaden zu. Die Wahrscheinlichkeit und Anzahl der Medaillen, die die Gegner hinterlassen, erh?ht sich - allerdings ist es nat?rlich schwieriger, alle Medaillen zu erwischen, wenn diese ?ber einen breiteren Raum verteilt auftauchen, und die kurze Schu?pause zum AUfladen nutzen die Gegner meist f?r mehr Sch?sse, was den ansonsten noch moderaten Schwierigkeitsgrad doch ordentlich auf Touren bringt. Der Spieler hat also einen Einflu? darauf, wie schnell der Medaillenwert steigt, und jede Beschleunigung erh?ht gleichzeitig den Schwierigkeitsgrad und das Risiko.

Das ist aber noch nicht alles, denn es gibt au?er den Medaillen noch eine ganz andere Methode, hohe Scores zu erreichen. Immer, wenn man zwei oder mehr Gegner gleichzeitig abschie?t, verdoppelt sich ein Score-Multiplikator, angefangen bei x2 bis hin zu x64. Dieser wirkt sich f?r 1-2 Sekunden auf alle Punkte aus, die man bekommt, dann verschwindet er wieder, es sei denn, man schafft es vorher, noch mehr Gegner der gleichen Gr??e abzuschie?en. Wenn man noch einmal zwei oder mehr Gegner gleichzeitig abschie?t, verdoppelt er sich erneut. Mit dieser Methode lassen sich noch h?here Scores als durch reines Medaillensammeln erzielen, aber das Timing ist sehr kritisch, und die Sache ist schwieriger hinzukriegen, als es sich vielleicht anh?rt. Da die Spezialwaffe breit f?chert, ist sie hierf?r ebenfalls besonders geeignet. Der Vorteil dieser alternativen Methode liegt darin, da? man auch nach abgerissener Medaillenchain noch die Chance auf einen konkurrenzf?higen Score hat. Es gibt dadurch keine perfekte Route durch das Spiel, und die Diskrepanz zwischen theoretisch m?glichem und praktisch erreichbarem Highscore ist gr??er, was der Langzeitmotivation zugute kommt.

Besondere Erw?hnung verdienen die Bomben. W?hrend bei Battle Garegga noch jedes Flugzeug seine eigene Bombensorte hatte, gibt es in Bakraid nur noch einen Typ. Da bei Battle Garegga die Bombensorte u.U. wichtigstes Kriterium der Flugzeugwahl war (ich sage nur Waldsecret), ist diese Vereinheitlichung nicht unbedingt negativ zu sehen, auch wenn sie nat?rlich schlicht billiger zu produzieren ist und grafisch weniger hermacht. Wichtiger als der Punkt ist jedoch die Tatsache, da? man Bomben nicht mehr beh?lt, wenn man stirbt. Battle Garegga baute dadurch ein Spannungsfeld zwischen Score-Bombing (Secrets abr?umen) und Sparen f?r sp?tere Stages auf, Bakraid dagegen bestraft ungenutzte Bomben geradezu. Erneut kann man auch durch partielles Aufsammeln der reichlich vorhandenen Bombenfragmente schon eine kraftreduzierte Bombe bekommen, was besonders dazu einl?dt, die Bomben als Hilfsmittel zum Aufsammeln solcher Medaillen zu benutzen, die sich genau zwischen diversen Bullets befinden. Dar?ber hinaus kann man den erw?hnten Simultanmultiplikator aber auch f?r mit Bomben erledigte Gegner bekommen, nur da? deren Wert dabei durch 10 geteilt wird. Aber 6.4 (x64 durch 10) ist immer noch mehr als 1. Das Spiel belohnt Bombenbenutzung also massiv und widerspricht der herk?mmlichen Auffassung, da? Bomben ein letztes Mittel aus ausweglosen Situationen sind, und man kann durch h?ufiges Bomben schon einige Zeit im Spiel unverwundbar verbringen. Das ist nicht SO revolution?r, man denke an Giga Wing, nur da? der Schwierigkeitsgrad von Battle Bakraid diese leicht verf?gbaren Bomben wenig ber?cksichtigt. Immerhin kann man auch Bonuspunkte f?r konsequentes Bombensparen bekommen, diese fallen allerdings in Relation zu den ?brigen Score-M?glichkeiten etwas sp?rlich aus.

Das Rank-System, welches den Schwierigkeitsgrad erh?ht, wenn man mehr Power-Ups einsammelt als ben?tigt, wurde beibehalten, allerdings wurde der Punktewert dieser Power-Ups erh?ht, um das Spielen mit hohem Rank auch irgendwie zu belohnen. Damit nicht genug, endet der Medaillenwert im Gegensatz zu Battle Garegga normalerweise bereits bei 10.000 anstatt 100.000 Punkten. Es gibt auch 100.000 Punkte-Medaillen, aber man bekommt sie mit einer gewissen Zuf?lligkeit vor allem bei riskanter Spielweise, h?ufigem Buzzen und hohem Rank. Andererseits ist ein Maximalwert von 10.000 Punkten nat?rlich viel schneller wieder zu erreichen als die 100.000 Punkte bei Battle Garegga, so da? eine abgebrochene Chain auch dahingehend entsch?rft wurde. Im ?brigen gibt es nat?rlich wieder umschaltbare Beischiff-Formationen und Secrets in den Stages wie auch bei den Bossen. Mit der richtigen Methode soll es m?glich sein, bereits beim ersten Endgegner 2 Millionen und damit ein Extraleben zu bekommen, das habe ich allerdings noch nicht hingekriegt.

Grafisch kann man das Spiel, gerade auch im Vergleich zum Vorg?nger, leider nur als unspektakul?r bezeichnen. Das betrifft nicht nur die technische Qualit?t, sondern auch die stilistische Pr?gnanz, w?hrend Battle Garegga mit seinem d?steren industrial style atmosph?risch gleich auff?llt, ist Bakraid geradezu eine Ausgeburt an Unoriginalit?t und Austauschbarkeit, was man schon an den Klischee-Stages (forest, naval, seaside, desert, railroad, clouds), noch mehr aber an deren Umsetzung merkt. Die aufwendigen Zerst?rungseffekte (herumfliegende Splitter etc.) von Battle Garegga wurden gr??tenteils gestrichen. Soundtechnisch sieht es kaum besser aus. Zwar wurde immerhin der Versuch gemacht, richtige Melodien zu komponieren anstatt einfach nur einen Techno-Beat zu loopen, und beim ersten Anspielen wirken diese auch durchaus "catchy". Sobald man aber mal l?nger als eine halbe Stunde mit dem Spiel verbringt, schl?gt die uninspirierte Komposition zu Buche, und man kann das Gedudel bald nicht mehr h?ren.

Ich will nicht verschweigen, da? mir Battle Bakraid anfangs unheimlich viel Spa? gemacht hat, der niedrige Schwierigkeitsgrad und die flexible Spielweise machen es zu einer wohltuenden Abwechslung gegen?ber Hardcore-Spielen wie Dragon Blaze. Die Schattenseite der vielseitigen Score-M?glichkeiten in Verbindung mit dem Rank-System ist jedoch, da? man den Score zwar anfangs schnell steigern kann, aber irgendwann einen Schwellenwert erreicht, und dann nerven die technischen Defizite (Flackern, Slowdowns, unpr?zise Steuerung) umso mehr, und man macht sie f?r das eigene Versagen verantwortlich, selbst wenn es sich theoretisch alles mit entsprechender ?bung kompensieren l??t. So war nach ca. einem Monat intensiven Spiels weitgehend "die Luft raus", was man einem Konsolenspiel eher verzeihen w?rde als einer Platine. Ob man das Spiel empfehlen kann, h?ngt also wieder einmal stark von der Erwartungshaltung des potentiellen K?ufers ab. Als lockerer Nebenbei-Zock f?r Leute mit reichlich Geld und Platz lohnt es sich definitiv, aber wer etwas sucht, wo er sich richtig drin verbei?en kann, der sucht besser anderweitig weiter.
75%
Manuel Stahl, 28.06.2004

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