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Battle Garegga
Sega Saturn, Raizing (0000)
Die Firma Raizing zeichnet sich im Shooterbereich tendenziell dadurch aus, viele unterschiedliche Konzepte zu realisieren, im Gegensatz zu Firmen wie Psikyo oder Konami, die sich darauf spezialisiert haben, ein einmal erfolgreiches Konzept (Strikers bzw. Gradius) in immer neuen Variationen auf den Markt werfen und allenfalls mal eine Comicvariante (Gunbird bzw. Parodius) daraus machen, die sich dann aber noch genauso spielt.
Battle Garegga hat auf den ersten Blick viele Gemeinsamkeiten mit den Strikers 1945-Spielen, und man koennte meinen, die Programmierer von Raizing haetten beschlossen, Psikyo mal zu zeigen, wo der Hammer haengt, indem sie ihre Variante eines Strikers-Spiels bringen. Allerdings muss man konzedieren, dass sie danach offenbar auch nicht widerstehen konnten, eine Fortsetzung namens "Battle Bakraid" in die Spielhallenzu bringen. Da bislang nichts ueber eine Heimkonvertierung davon bekannt ist (um mehr in Erfahrung zu bringen, habe ich mal eine Mail an Raizing geschickt, aber sie wollten sich nicht dazu aeussern), muss man sich, solange man nicht ueber MAK oder Jamma-Automat verfuegt, jedoch mit Battle Garegga "zufrieden geben"...

Wie gesagt, vordergruendig erinnert vieles an Strikers 1945. Man fliegt mit 4 verschiedenen Flugzeugen (spaeter kommen noch 4 Bonuscharaktere aus "Kingdom Grandprix" dazu) durch 6 Level, die bis auf die Gegner recht duester und leblos wirken, aber dennoch sehr detailliert gestaltet wurden. Aehnlich wie bei Raiden, z.T. sogar noch detailreicher, gibt es viele Animationen, wenn etwas zerstoert wird, Unmengen an Patronenhuelsen, Splittern u.dgl. fliegen durch die Gegend, fast so extrem wie bei Metal Slug (aber deutlich fluessiger). Der Effekt ist so heftig, dass man anfangs leicht solche Splitter mit Projektilen verwechselt, was der Uebersicht nicht gerade zugute kommt. Es lassen sich jedoch verschiedene Zusatzoptionen erspielen, darunter eine, mit der man diesen Effekt stark reduzieren kann. Auch die Zahl der Projektile ist nicht gerade gering, und viele Leute, die Battle Garegga zum ersten Malspielen, halten es fuer "unfair". Es ist jedoch defintiv eine ausgepraegte Lernkurve festzustellen, und mit der entsprechenden Uebung gar kein Problem, ohne Continues bis in den letzten Level zu kommen. Wenn man Spiele wie Giga Wing oder Mars Matrix gespielt hat, findet man das auch alles nicht mehr sooo wild, wobei man allerdings bei Battle Garegga keinen Schild hat. Wie bei Strikers kann man 4 Supportflieger bekommen,was auch recht schnell geht (vergleichbar mit den Giga Wing-Powerups), und je nach Flugzeug unterscheidet sich auch das Schussverhalten der "Beischiffe". Ausserdem haben alle Flugzeuge einen unterschiedlichen Hauptschuss, eine andere Smartbomb und sind unterschiedlich schnell, was aufgrund des Leveldesigns oft einen erheblichen Unterschied bedeutet, so dass man laengere Zeit braucht, um den Flieger zu finden, mit dem man die besten Ergebnisse erzielt.

Einen Charge-Schuss oder Alternativwaffen gibt es nicht, und im engeren Sinne innovativ ist Battle Garegga eigentlich nur in 2 Bereichen, die anfangs nebensaechlich wirken, auf Dauer aber zusammen mit dem Leveldesign den eigentlichen Charakter von Battle Garegga ausmachen. Zum einen waeren da die Smartbombs. Anfangs besitzt man nur eine, und um mehr zu bekommen, muss man nicht etwa nur ein Bomben-Icon aufsammeln, sondern sage und schreibe 40. Zwar gibt es sie auch in entsprechender Anzahl, aber die Konsequenz ist zum einen, dass man nicht ohne Weiteres eine Smartbomb nach der anderen zuenden kann, wenn man nicht vorher laengere Zeit den Beschuss ueberlebt hat, und zum anderen, dass man sehr viel mehr in Bewegung bleibt als so ziemlich bei jedem anderen Shooter. Man kann zwar bereits eine Smartbomb zuenden, wenn man weniger als 40 Icons gesammelt hat, aber deren Intensitaet ist dann entsprechend geringer bzw. die Wirkung haelt kuerzer an.

Der andere Aspekt ist das Punktesystem. Die Medaillen-artigen Items erscheinen zwar immer an den gleichen Stellen, aber ihr Wert haengt davon ab, ob man zuvor alle eingesammelt oder einige ausgelassen hat. Laesst man nichts aus, steigt der Wert eines Medaillons von 10 auf bis zu 100.000 Punkte, und ab da ist JEDES soviel wert, bis man wieder eines nicht erwischt, dann faellt er rapide ab. Nun gibt es sowohl ziemlich viele Bomben- als auch viele Score-Items, und von beiden alle einzusammeln, ist auf Dauer wohl nahezu unmoeglich. Aber dennoch versucht man es die ganze Zeit und ist dadurch, wie gesagt, permanent in Bewegung, waehrend man den Projektilen irgendwann nur noch "nebenbei" ausweicht. Passenderweise hat das Spiel einen Score Attack Mode, und den Schwierigkeitsgrad kann man fein justieren. Es gibt einiges freizuspielen, unter anderem besser sichtbare Projektile, englische Optionsmenues, ein "perfektes" Replay zur Inspiration und Hilfestellung, und sogar eine gnaedigere Kollisionsabfrage.

Technisch ist Battle Garegga sehr gelungen, im Gegensatz zu Spielen wie Shienryu oder Donpachi (Saturnversion) flimmert und flackert nichts, es gibt wenige Slowdowns (nur bei Endgegnern), auch die Ladezeiten sind kurz. Da Battle Garegga ein Vertikalshooter ist und nicht jeder seinen Fernseher drehen kann oder will, wuenscht man sich viele Display-Optionen und wird (fast) nicht enttaeuscht. Ob Zoom, verkleinert, mit scrollen dem oder festem Bildausschnitt und bei Fullscreen wahlweise mit gedrehter Pad-Abfrage, das Spiel ist fuer Saturnverhaeltnisse vorbildlich. Lediglich die seitliche "Aufspreiz"-Funktion, die es bei Raiden auf der Playstation gibt (und bisher wohl auch leider nurda), wurde nicht eingebaut.

Die Musik ist ziemlich antreibend und Techno-lastig,vom Stil her mit Raiden Fighters vergleichbar, wenn auch etwas melodischer. Ausserdem gibt es von allen Stuecken Arrange-Versionen, aberdie Qualitaet von diversen Thunderforces oder R-Type Delta erreichen die Kompositionen nicht. Empfehlenswert ist das Spiel fuer Fans von klassischen Arcade-Shootern, aber auch, wer das Highscore-Fieber von den Takumi-DC-Shootern oder von Dodonpachi liebt, wird bestens bedient. Da das Spiel die meiste Zeit recht hektisch verlaeuft, sollten Leute, die vergleichsweise "geruhsame" Shooter wie R-Type, Gradius oder Thunderforce 5 bevorzugen, lieber probespielen. Allerdings sind die Schussmuster wirklich sehr fair und erlernbar. Das Spiel ist einfach hervorragend "abgerundet" und bietet auch genuegend laengerfristige Herausforderung (auf hoeheren Schwierigkeitsgraden bzw. im Hinblick auf Highscore-Mania). Wer wie ich Raiden Fighters liebt, aber nur Konsolen besitzt, fuer den bietet es so ganz nebenbei die beste bislang erhaeltliche Ersatzbefriedigung.
90%
Manuel Stahl, 26.01.2001

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