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Silpheed - The lost Planet
PlayStation 2, Treasure (2000)
Dieses Spiel wurde von Game Arts mit Unterst?tzung von Treasure entwickelt. Ein 2d-Shooter von RPG-Entwicklern? Gut, ganz neu ist das nicht (Einh?nder), aber doch eher ungew?hnlich, und man fragt sich direkt, inwiefern sich ihre Gewohnheiten ausgewirkt haben k?nnten. Nun, da braucht man nicht lange zu suchen, denn bereits das Intro erinnert mit seiner pomp?sen Aufmachung und dem Bombast-Soundtrack schon ein wenig an moderne RPGs. Wenn man dann sieht, dass es vor bzw. nach jeder Stage ebenfalls aufwendige Filmsequenzen gibt, die z.T. mehrere Minuten dauern, kann man sich u.U. schonmal fragen, ob man eigentlich noch ein Actionspiel vor sich hat. Diese Filme lassen sich gl?cklicherweise wegdr?cken, aber leider nicht ganz ausschalten. Sie sind durchaus sehr gut gemacht, keine Frage, und versuchen, eine intensive Story und Atmosph?re aufzubauen, wohl aus dem gleichen Grund gibt es im eigentlichen Spiel Sprachausgabe, die Funkspr?che zwischen dem Raumschiff und der Zentrale darstellen soll. Aber - geht es bei einem Shmup eigentlich um sowas wie "Story"? Man kennt ja die haneb?chenen Texte aus Anleitungsheften und Intros mit Au?erirdischen, die die Erde bedrohen (wovon sich die Silpheed-Story ?brigens auch nicht nennenswert unterscheidet), aber interessiert sich wirklich jmd. daf?r? Nun gut, die Frage will ich mal offenlassen... wer wei?.

Kommen wir also zum Spielsystem. Ein Blick ins Optionsmen? f?rdert verbl?ffendes zutage: es gibt keine Schiff-Anzahl, die man einstellen k?nnte, stattdessen eine Anzahl Schilde, die per default auf 10 steht und zwischen 5 und 25 eingestellt werden kann. Man darf also insgesamt bis zu 25mal getroffen werden, wobei dauerhafter Beschuss durch Laser und ?hnliches mehrere Schilde vernichtet. Zus?tzlich werden die Schilde bei jeder Gelegenheit regeneriert, nicht nur nach jeder Stage und nach jedem Endgegner, sondern auch in verschiedenen Situationen w?hrend der Stages ("wenn es die Story so vorsieht"). Das passiert ?brigens selbst im sog. "Hard Mode", aber man kann sich vorstellen, dass der unter solchen Voraussetzungen nicht wirklich als schwierig zu bezeichnen ist. Es gibt keine Power-Ups, die Waffen werden vor jeder Stage und jedem Endgegner ausgew?hlt, erinnert ein wenig an Axelay. Zu Beginn hat man 2 Waffen zur Verf?gung, im Lauf der Zeit erweitert sich die Auswahl auf 9. Die linke und rechte Seite des Raumschiffs kann separat best?ckt werden, man kann also entweder 2 mal die gleiche Waffe einbauen, oder eine Kombination.

Das suggeriert Spieltiefe, leider sehr zu Unrecht. Das Leveldesign, um ein wenig vorzugreifen, ist ?ber weite Teile symmetrisch, und der Versuch, 2 unterschiedliche Waffen zu kombinieren, bringt in der Praxis nur Nachteile. Da hilft es dann auch nicht, wenn man die Waffen separat abfeuern kann und bei Beschr?nkung auf eine Waffe in dieser mehr Feuerkraft hat. Die Auswahl der Waffen ist nett, wenn auch nicht ?berm??ig kreativ. Leider spielt es bis auf die letzten 2 Stages auch fast nie eine nennenswerte Rolle, welche Waffe man benutzt. Fazit: viel verschenktes Potential.

Das Punktesystem klingt interessant. Es gibt Multiplikatoren f?r jeden Treffer, die davon abh?ngen, wie weit man in dem Moment vom zerst?rten Gegner entfernt ist. Das soll einen nat?rlich motivieren, nah an die Gegner heranzufliegen, um mehr Punkte zu bekommen, womit man andererseits das Risiko eingeht, leichter getroffen zu werden. Das ist die Theorie - aber... mit 25 Schilden kann es einem irgendwie extrem egal sein, ob man mal einen Treffer mehr oder weniger abbekommt. Einen Grund, die Schildzahl runterzusetzen, gibt es auch nicht, jedenfalls nicht in Form von getrennten Highscorelisten. Man kann es sich auf die Weise nat?rlich erschweren, das Spiel durchzuspielen...

Dem steht jedoch leider eine arg beschr?nkte Lernkurve im Weg. Durch die zu austauschbaren und nicht situativ einsetzbaren Waffen kann man h?chstens noch Angriffsmuster auswendig lernen, um besser zu werden. Da die Gegner selbst im "Hard Mode" sehr sp?t schie?en, ist es in den meisten F?llen sehr leicht, sie mit einem maximalen Multiplikator zu erledigen, indem man sich direkt davor stellt. Dazu kommen dann noch ?berlange "dramatische" Pausen, in denen bestenfalls mal ein Kameraschwenk abl?uft, kurze Angriffswellen, die zwar nett aussehen und z.T. mit spektakul?ren Waffen angreifen, aber mit so plumpen Formationen, dass es die meiste Zeit viel zu leicht ist, sie perfekt zu erledigen. Man hat also nicht viel zu tun, au?er sich die Grafik anzugucken und hier und da mal ein paar harmlosen, langsamen Projektilen auszuweichen. Dass die Steuerung auf eine ?hnliche Weise schlecht gel?st wurde wie bei Raystorm und Raycrisis, spielt schon fast keine Rolle mehr.

Die Grafik ist zugegebenerma?en sensationell, zumindest auf den ersten Blick. Es werden vorberechnete Filme als Hintergrund abgespielt, die nicht nur technisch, sondern auch gestalterisch aufwendig sind (Ausnahme: der Lava-Level). Die Integration der Filme ist sehr gelungen, es gibt Effekte, wo 3d-Elemente ins Bild st?rzen oder Gegner sich auf rotierenden Asteroiden befinden und so mal aus dem Bild verschwinden, um sp?ter wieder aufzutauchen. Man merkt die meiste Zeit gar nicht, dass die Hintergr?nde aus Filmen bestehen, und wenn, merkt man es eher an der technischen Qualit?t als an Anpassungsfehlern. Das Design der Polygon-Gegner kommt da nicht ganz mit, da hat man auf 32bit schon einiges besser hingekriegt. Trotzdem ist der Gesamteindruck der Grafik hervorragend, und "dank" des niedrigen Schwierigkeitsgrades hat man auch reichlich Gelegenheit, sie zu bewundern, selbst wenn man selber spielt.

Leider motiviert dieses Konzept aber nicht besonders, das Spiel l?ngere Zeit zu spielen. Der Schwierigkeitsgrad ist l?cherlich, und man hat eigentlich nichts anderes zu tun, als das Spiel auf Anhieb einmal durchzuspielen und es dann wegzustellen. Wohl dem, der es sich nur aus der Videothek geliehen hatte. Die Grafik ist wirklich sehenswert, und auch der Sound ist sehr gut gemacht, aber das Spielsystem ist absolut erb?rmlich. Selbst viele Freeware-Shmups f?r PC sind da ausgereifter und abwechslungsreicher. Wer noch keine Playstation 2 hat und wom?glich wegen dieses Spiels damit lieb?ugelt, sich eine anzuschaffen (bei mir war das eine Zeitlang der Fall), kann das schnell wieder vergessen. F?r Gradius 3+4 gibt es mit Gradius Gaiden eine PS1-taugliche, bessere Alternative - bleibt abzuwarten, was mit Psyvariar und Ikaruga wird.

Selbst Shmup-Neulingen kann man Silpheed 2 nicht guten Gewissens empfehlen. Es bietet zwar durch den niedrigen Schwierigkeitsgrad schnelle Erfolgserlebnisse, bringt aber keine der Qualit?ten mit, die das Genre eigentlich interessant machen. Ein Grafikdemo, sonst nichts.
25%
Manuel Stahl, 21.03.2002

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