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Giga Wing 2
Sega Dreamcast, Takumi (2001)
L?sst man die Entwicklung der letzten paar Jahre im Shooter-Bereich Revue passieren, faellt auf, dass der Trend deutlich zu Polygonhintergruenden geht. Von Neuentwicklungen wie Einhaender oder Radiant Silvergun abgesehen, kann man im Hinblick auf die Fortsetzungen bekannter Serien im Polygongewand feststellen, dass sie dazu tendieren, im Vergleich zu ihren Vorgaengern z.T. deutlich leichter geworden zu sein, sei es nun Layer Section/Raystorm, Thunderforce 4/5, R-Type 3/Delta oder Darius Gaiden/G-Darius. Im Gegenzug wurde die Praesentation verbessert und (meist) erspielbare Extras eingefuehrt.

Giga Wing 2 bildet da keine Ausnahme. Zwar sind die Menues im Prinzip durchschnittlich, bis auf die Tatsache, dass jeder Menupunkt von Sprachausgabe begleitet wird, und das Intro ist auch nur Durchschnitt, aber die In-Spiel-Grafik wirkt, zumindest auf den ersten Blick, SEHR edel. Hires, detaillierte Texturen, schoene Kameraschwenks, atmosphaerisch abwechslungsreiche Level. Leider wird diese Optik durch Slowdownserkauft, die umso heftiger werden, je besser man in dem Spiel wird und mit je mehr Leuten man es spielt. Zwar hatten auch die Vorgaenger (GW1 und Mars Matrix) Slowdowns, und es gibt wohl auch keinen Polygonshooter ohne Slowdowns, aber die von GW2 zaehlen doch zu den extremsten Faellen im Shooterbereich. Einige moegen darueber jedoch sogar gluecklich sein, denn selbstverstaendlich wurde auch diemal die Projektilanzahl nicht gerade gesenkt, und durch diese hindurchzumanoevrieren, faellt bei niedriger Geschwindigkeit deutlich leichter. Das haben die Programmierer wohl auch registriert und die Bedeutung des Schwierigkeitsgrades dahin veraendert, dass nun nicht mehr die Zahl der Projektile, sondern ihre Geschwindigkeit veraendert wird, so dass das Spiel auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad schon ohne Slowdowns recht geruhsam verlaeuft. Sowas nennt man natuerlich einsteigerfreundlich, aber es flacht die Lernkurve dennoch ab. Denn wenn man auch die Moeglichkeit hat, das Spiel auf einem hoeheren Schwierigkeitsgrad zu spielen, so dass es schneller laeuft (wobei die Slowdowns selbstverstaendlich bleiben), so hat man doch wenig Motivation dazu. Bei den Vorgaengern ergab ein hoeherer Schwierigkeitsgrad eine hoehere Zahl an reflektierbaren Projektilen, und damit auch mehr Score-Moeglichkeiten, wenn diese sich in Medaillen/Cubes verwandelten. Wenn man auch zum Internet-Ranking auf Capcoms jp. Homepage mit den Default-Werten gespielt haben muss und evtl. mit einem hoeheren Skill Level noch etwas freischalten kann, so sind die Score-Moeglichkeiten nun eher noch auf den leichteren Schwierigkeitsgraden besser, was ich vor allem deshalb fuer ein Unding halte, weil die Hall of Fame alle Levels zusammenfasst und nur (das aber immerhin) zwischen Single- und Multiplayer-Scores differenziert.

Insgesamt orientiert sich GW2 mehr an GW1 als an MM. Es gibt wieder unbegrenzt Continues, und die Anzahl der Schiffe laesst sich nun sogar auf 9 hochsetzen. Gab es bei GW1 noch eine erhebliche Herausforderung, das Spiel ohne Continues durchzuspielen, ist dies bei GW2 fuer Geuebte ein Kinderspiel, zumindest auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad. Ich frage mich wirklich, wozu man dann noch UNENDLICH Continues brauchen soll, da das Spiel selbst wie gesagt ebenfalls deutlich leichter geworden ist. Mit 3 Continues und Schiffzahl sowie Bomben auf Maximum gestellt, kann man so ziemlich das ganze Spiel ausschliesslich per Smartbomb bestreiten. Erfahrene merken schon, dass es ratsam ist, das Spiel erstmal mit den Default-Werten zu beginnen, um eine gewisse Herausforderung zu bekommen.

Nun ja, zumindest hat man eine Weile damit zu tun, die Durchspiel-Prozedur mit jedem der 5 Charaktere du rchzufuehren und stellt dabei erfreut fest, dass jedesmal ein Alternativ-Fighter fuer den entsprechenden Charakter freigeschaltet wird (naemlich die alten 4+1 Flieger aus Giga Wing 1). Gerade, wenn man mit mehreren Leuten spielt, ist es recht vorteilhaft, viele verschiedene Flugzeuge zur Wahl zu haben. Was auch ziemlich verbessert wurde, ist die relative Nuetzlichkeit der Flugzeuge. Zwar ist erneut der "Neo Stranger" das staerkste von allen, aber Punkte holt man besser mit den uebrigen, da die Gegner kaum Medaillons hinterlassen, wenn man sie sofort "wegrasiert".

Ausserdem gibt es noch Galeriebilder und sog. "Secret Options" freizuschalten, wobei ich hier bereits eingestehen muss, dass ich das Spiel bislang nicht komplett "durch" gespielt habe, auch wenn ich immerhin eine knappe Woche jede freie Minute damit verbracht habe. Die Anleitung macht ein paar verheissungsvolle Andeutungen, dass man z.B. "moeglicherweise" alleine 4 Flugzeuge steuern koennen wird. Wenn man die Erfahrung von Giga Wing 1 zugrundelegen darf, ist sowieso davon auszugehen, dass zum erschoepfenden Erspielen von allem, was da ist, auch ausfuehrliche Multiplayer-Sessions erforderlich sind, und da dieser Aspekt bei GW2 noch erweitert wurde (fuer die, die es noch nicht wissen: es gibt jetzt einen 4-Spieler-Modus, und auch der Score Attack Mode ist mit bis zu 4 Leuten spielbar), kann man sagen, es ist einer der besten Multiplayer-Shooter, auch wenn es die 4-Spieler-Option bereits bei Armada gab und die Slowdowns im Multiplayer natuerlich noch extremer werden.

An kleinen Detaillaenderungen gibt es positives wie negatives zu vermelden: sehr erfreulich ist die "Restart"-Option, was jeder nachvollziehen kann, der GW1 eine Weile im Score Attack gespielt hat. Leider sind die vorbildlichen Screen Options der Vorgaenger weggefallen.

Zu Beginn eines Spiels kann man sich fuer eine von zwei Schild-Arten entscheiden. Das eine funktioniert genauso wie bei Giga Wing 1 (gegnerische Kugeln, die darauf treffen, werden sofort zurueckgeschleudert), das andere lehnt sich etwas an das von Mars Matrix an, funktioniert aber doch geringfuegig anders: waehrend die Projektile zunaechst nur aufgesaugt werden, werden mehr und mehr Gegner auf dem Screen mit Fadenkreuzen markiert, und wenn das Schild verschwindet, schiesst es in dem Moment "Laserstrahlen" auf jedes dieser Fadenkreuze. Da das Schild aber einige Sekunden lang aufrechterhalten wird, sind oft schon viele Gegner verschwunden, bis dieser Beschuss beginnt, so dass man in der Regel zum alten Standard-Schild greifen wird:

Anstelle der Sekundaerwaffe von Mars Matrix gibt es nun wieder Smartbombs, und die Dauer des Schildes laesst sich auch nicht mehr selbst bestimmen. In punkto Gameplay also ein klarer Rueckschritt, und degeneriertes Verhalten a la "eine Smartbomb nach der anderen abfeuern" wird im Arcade-Modus z.T. sogar noch gefoerdert, da man an bestimmten Stellen auf die Weise mehr Punkte bekommt als mit herkoemmlichem Beschuss. Gluecklicherweise ist dies zumindest im Score Attack Mode anders, wo wie gehabt der Multiplikator sowohl beim Ableben als auch bei Bombenbenutzung zurueckgesetzt wird. Der Score Attack Mode duerfte wohl auch der sein, bei dem man bleiben wird, wenn man sich laengere Zeit mit dem Spiel beschaeftigt, da die Herausforderung des Arcade Mode wie gesagt arg zu wuenschen uebrig laesst. Eine kleine Zusatzregel wurde fuer den Score Attack eingefuehrt: schafft man es, zu einem beliebigen Zeitpunkt mehr als 110 Medaillen auf den Screen zu produzieren, wird ein zusaetzlicher "Regen" von grossen, gruenen Bonusmedaillons ausgeloest. Natuerlich bekommt man vor allem dann viele Medaillen gleichzeitig hin, wenn man die Gegner z.T. bewusst etwas leben laesst, wodurch man ihren Beschuss auch laengerueberleben muss. Dass dieses Verhalten durch Bonusmedaillons belohnt wird, ist sicherlich eine gute Idee.

Gluecklich wird mit Giga Wing 2 der werden, der sich bei den Vorgaengern ueber die Bitmap-Grafik beklagt hat und den Schwierigkeitsgrad uebertrieben fand. Diese Leute bekommen nun ihr Eye Candy und ihre Erfolgserlebnisse (und koennen dann vielleicht auch irgendwann nachvollziehen, wo der Reiz in diesem Schild-Gameplay liegt). Auch Anfaengern, die sich zum ersten Mal mit diesem Stil befassen moechten, kann und sollte man wohl eher Giga Wing 2 als die Vorgaenger empfehlen, wenn sie sich vielleicht auch irgendwann den ersten Teil dazuholen moechten, nachdem der Funke uebergesprungen ist. Wer aber Giga Wing 1 nahezu ausgereizt hat und eineneue Herausforderung braucht, der sollte lieber zu Mars Matrix greifen bzw. dabei bleiben, auch wenn die tolle GW2-Grafik noch so lockt.

Zum Score Attack taugt allerdings auch der zweite Teil ausgezeichnet, und passenderweise wird ja auch deswegen nun die entsprechende Highscore-Rubrik eingefuehrt :) Die Scores sind noch ein wenig ueberdrehter als beim Vorgaenger, der Multiplikator erreicht nun 5-stellige Werte, die Gesamtscores dringen in den Bereich der Billiarden und Trillionen vor, was zwar irgendwo irrelevant ist, aber dennoch dazugehoert.
80%
Manuel Stahl, 31.01.2001

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